Exposé
"Brauche ich unbedingt ein Exposé?" – eine Frage, die sehr häufig gestellt wird. Die Antwort ist "jain". Prüfungsrechtlich brauchen Sie (Stand 03.2021) im Studiengang Wirtschaftskommunikation kein Exposé zur Zulassung zu Ihrer Abschlussarbeit. Es gibt aber abseits der prüfungsrechtlichen Aspekte gute Gründe für die Erstellung eines Exposés – und damit lautet der zweite Teil meiner Antwort "ja".
Unter einem Exposé versteht man eine Beschreibung des (Forschungs-)Vorhabens bzw. Projektes, im internationalen Kontext "Research Proposal" genannt. Die Inhalte variieren von Institution zu Institution. Grundsätzlich enthält ein gutes Exposé folgende Bestandteile:
A. Thema bzw. erste Titelidee
- Um was soll es in Ihrer Arbeit gehen?
- Wie lässt sich Ihr Vorhaben mit einem Satz oder zwei Halbsätzen treffend beschreiben?
Hinweise: Ihr Arbeitstitel sollte aussagekräftig, aber nicht zu spezifisch sein. "Influencer Marketing" wäre viel zu allgemein. Verzichten Sie auf "reißerische" Titel; orientieren Sie sich an Journal-Artikeln. In der Wirtschaftskommunikation unterscheiden wir zwischen Thema (für den Antrag auf Zulassung, häufig breiter) und dem letztendlichen Titel Ihrer Arbeit (enger, spezifischer). Eine Themenänderung ist bei BA-Arbeiten innerhalb der ersten vier, bei MA-Arbeiten innerhalb der ersten sechs Wochen möglich (RStPO § 23, Abs. 2).
B. Relevanz des Themas / Problemstellung
- Was lässt sich aktuell in der Wirtschaft beobachten?
- Vor welchen Herausforderungen stehen (welche) Unternehmen?
- Welche Lösungsansätze werden in Wissenschaft und/oder Praxis diskutiert?
- Was verspricht die Beschäftigung mit Ihrem Thema in diesem Kontext?
C. Theoriebezug & Forschungsstand
- Zu welchem Bereich der Wirtschaftskommunikation gehört das Thema?
- Welche anderen Fachrichtungen haben Berührungspunkte?
- Welche Theorien und Modelle weisen einen Bezug zum Thema auf?
- Welche Erkenntnisse hat die Forschung gewonnen, von was geht die Praxis aus?
D. Erkenntnisziel & Forschungsfrage
- Was ist aus Sicht von Forschung und/oder Praxis noch unklar?
- Welche Erkenntnisse soll die Arbeit generieren, auf welchen aufsetzen?
- Welche konkrete Frage möchte die Arbeit beantworten?
E. Methodik / Vorgehensweise
- Wie sollen die Erkenntnisse erarbeitet werden?
- Welche Theorien/Modelle sollen wie angewendet werden?
- Woher kommen die Daten? Ist eine eigene empirische Untersuchung nötig? Welche Methode eignet sich?
F. Literatur
Führen Sie zentrale Quellen alphabetisch nach Nachnamen auf. Verwenden Sie vor allem Fachartikel/Journal-Artikel, Konferenzbeiträge und aktuelle Sammelbände. Sehr praxisorientierte Literatur und Whitepaper sind möglich, liefern bei der Einarbeitung aber selten eine ausreichend fundierte Grundlage.