Forschungsfrage
Wenn Sie einigermaßen sicher sind, dass Sie sich mit Ihrem Thema gerne weiter beschäftigen möchten, dann sollten Sie den aktuellen Forschungs- und Erkenntnisstand zum Themenkomplex erkennen bzw. einigermaßen kennen. Dieser ist die Basis für Ihre Forschungsfrage. Denn Sie sollen in Ihrer Arbeit ein Problem bzw. eine typische Fragestellung der Wirtschaftskommunikation bearbeiten und lösen – und kein "Dies & Das zum Thema XY" zusammenschreiben. Ihre Frage soll aktuell und relevant sein, von Interesse für die Forschung und/oder Unternehmenspraxis. Wie können Sie vorgehen?
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Rekapitulieren Sie noch einmal Ihre ersten Recherche-Ergebnisse. Es gibt in quasi jedem Themenfeld ein paar sehr zentrale, immer wieder zitierte Quellen und auch ein paar sehr aktuelle Quellen. Mit diesen sollten Sie arbeiten, sie analysieren. Lassen Sie sich von folgenden Fragen leiten (gern in Form einer Tabelle oder eines Steckbriefs pro Quelle): Was sind zentrale Definitionen? Mit welchen Theorien und Modellen wird gearbeitet? Welche Bezugsrahmen ("Frameworks") wurden entwickelt? Wie arbeiten die Autor:innen methodisch/empirisch? Was sind zentrale Erkenntnisse? Was sind Einschränkungen? Der Vorteil von Journal-Artikeln wird hier deutlich: Sie weisen Definitionen auf, referenzieren andere Autor:innen, definieren Forschungsfragen, begründen Methodiken, ordnen ihre Ergebnisse ein und geben einen Ausblick – kompakt auf wenigen Seiten.
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Wenn Sie einigermaßen wissen, was man zu Ihrem Thema schon weiß und was noch nicht, dann stehen fast automatisch Fragen im Raum. Gleichen Sie Ihre Erkenntnisse mit Ihrer Beobachtung in Praxis und Medien ab. Welche – für Forschung und/oder Unternehmenspraxis – relevante Frage möchten Sie mit Ihrer Abschlussarbeit beantworten? Versuchen Sie, mögliche Forschungsfragen zu formulieren. Keine Angst, niemand erwartet zu diesem Zeitpunkt "perfekte" Forschungsfragen. Je klarer die Frage ist, desto leichter fällt die Bearbeitung.
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Überlegen Sie, was Sie wissen müssen, um die Frage schlüssig und nachvollziehbar beantworten zu können. Gibt es Lücken in der Argumentation, lassen sich Teile Ihrer Frage(n) nicht mithilfe der Literatur oder anderer Quellen beantworten, so müssen Sie eine eigene empirische Untersuchung konzipieren, durchführen und auswerten. Eine empirische Untersuchung ist kein Selbstzweck – sie dient Ihrer Argumentation. Die Wahl der Methode hängt von Ihrer Frage ab.
Hinweis
Eine passende, geeignete Forschungsfrage ist elementar für eine gute wissenschaftliche Arbeit. Sie ergibt sich aus Ihrem Thema und dem aktuellen Wissens-/Erkenntnisstand. Die Aufgabe Ihrer Arbeit ist es, die Forschungsfrage zu beantworten – nach wissenschaftlichen Kriterien.
Was macht eine gute Forschungsfrage aus?
- Nicht zu eng: Sie lässt sich nicht mit ja/nein oder einem Datum beantworten.
- Nicht zu breit/offen: Sie lässt den Fokus und Zuschnitt der Arbeit klar erkennen, grenzt Teile des Themas aus. "Welche Erwartungen hat die Generation Z?" wäre viel zu breit; besser: "Welche Erwartungen haben Berufseinsteiger der Generation Z an die Unternehmenskultur in Kommunikationsagenturen?" (Hinweis: Themen zu ganzen gesellschaftlichen Kohorten betreue ich nur sehr widerwillig.)
- Relevanz: Die Frage sollte einen Beitrag zur Verbesserung der Unternehmenspraxis und/oder Erhöhung des Wissensstandes liefern.
- Beantwortbarkeit: Sie lässt sich mit Zahlen, Daten, Fakten und nachvollziehbaren, klar abgeleiteten Argumenten beantworten, die sich auf etablierte Theorien und Modelle beziehen.