Abschlussarbeiten

Do's & Don'ts

Auf was sollten Sie achten, wenn Sie Ihre Abschlussarbeit schreiben? Was zeichnet eine gute Abschlussarbeit aus, was ist mir wichtig?

Allgemeine Hinweise

Eine gute Bachelor- oder Masterarbeit widmet sich einem relevanten Thema. Sie versucht durch die Gewinnung von Erkenntnissen eine fachliche Problemstellung zu lösen und das Wissen zum Thema zu erweitern. Sie hat ein klares Ziel und wirft eine klare (Forschungs-)Frage auf. Und am Ende der Arbeit steht die Antwort auf die aufgeworfene Frage. Je schlüssiger und nachvollziehbarer das gelingt, desto besser.

Eine gute Arbeit besitzt eine überzeugende "Story". Sie lässt einleitend die Herausforderung deutlich werden, vor der Gesellschaft, Branche oder Unternehmen stehen, macht den Beitrag der Arbeit deutlich und entwickelt die "Story" Stück für Stück. Die Story sollte eng an der Problemstellung/Forschungsfrage bleiben. Am Ende sollten alle Stränge und Perspektiven schlüssig zusammengeführt sein. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein:e Anwält:in und müssen eine Jury durch Ihre Beweisführung überzeugen.

Was sollten Sie vermeiden?

  1. Motivieren Sie Ihr Thema aus seiner Praxisrelevanz und Bedeutung für die Forschung – nicht aus rein persönlicher Motivation.
  2. Verstehen Sie Ihre Arbeit nicht als Dokumentation Ihres Wissens oder Protokoll Ihrer Auseinandersetzung. Verzichten Sie auf alles, was nicht der Beantwortung der Forschungsfrage dient. Daumenregel: Ein "nice to know"-Aspekt bekommt kein eigenes Unterkapitel.
  3. Sie schreiben kein Mini-Lehrbuch und keinen Ratgeber. Alles steht im Dienst Ihrer Argumentation. Keine Arbeit nach dem Muster "Dies & das zum Thema XY".

Was sollten Sie ernst nehmen?

  1. Relevanz/Aktualität des Themas, verwendete Theorie und Güte der Schlussfolgerungen.
  2. Relevanz/Aktualität: Setzen Sie sich kritisch mit Trends und Statistiken auseinander, nutzen Sie möglichst Originalquellen (Hinweis: Statista aggregiert meist nur). Seien Sie kritisch bei Studien, die von Unternehmen veröffentlicht wurden.
  3. Theorie: Sie ist das Fundament Ihrer Argumentation. Theorien sind "[…] gedankliche Gebilde […], die geeignet sind, Phänomene der Realität zu erklären." (Kuß 2013, S. 47).
  4. Schlussfolgerungen: Überlegen Sie genau, was Ihre Erkenntnisse aussagen und was zulässig ist. Für welche Gruppen und Kontexte gelten Ihre Schlüsse?

Theorie ≠ Praxis?

Theorie und Praxisorientierung sind kein Widerspruch. Trommsdorff/Teichert drücken es passend aus: "Nichts ist praktischer als eine gute Theorie" (Kurt Lewin) – wobei "gut" meint: logisch widerspruchsfrei, verallgemeinerbar, präzise und bewährt und nicht "theoretisch" im Sinne von wirklichkeitsfern. (Trommsdorff, V., Teichert, T. (2011): Konsumentenverhalten, 8. Aufl., S. 24.)

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